Kammfiltereffekt

Der Kammfiltereffekt beschreibt das Verhalten des Schalls, wenn aufgrund von Reflexionen Schallwellen gleicher Frequenz und unterschiedlicher Phasenlage aufeinandertreffen. Je nach Phasenlage ändert sich der Pegel und die Phasenlage der resultierenden Schallwelle, bei bestimmten Kombinationen der Phasenlage löschen sich die Schallwellen gegenseitig aus oder addieren sich. Bei einem Hörversuch kam heraus, dass der Kammfiltereffekt, obwohl er vorhanden ist, nicht störend auffällt. Da allerdings jeder Mensch anders hört und die wahrgenommenen Signale anders verarbeitet, muss das Ergebnis des Hörversuchs nicht auf jeden Hörer zutreffen. In der Regel tritt der Kammfiltereffekt auch nur deutlich und auch messbar auf, wenn die Reflexion in der Nähe der Ohren auftritt, z. B. auf Tischplatten vor dem Hörplatz oder auf Mischpulten in Tonstudios.

Die folgenden Bilder stellen vier Möglichkeiten der Interferenzen des Schalls durch unterschiedliche Phasenlagen dar:

Reflexion mit 90° Phasenverschiebung

Reflexion mit 90° Phasenverschiebung

Reflexion mit 180° Phasenverschiebung

Reflexion mit 180° Phasenverschiebung

 

 

 

 

 

 

Reflexion mit 270° Phasenverschiebung

Reflexion mit 270° Phasenverschiebung

Reflexion mit 360° Phasenverschiebung

Reflexion mit 360° Phasenverschiebung

 

 

 

 

 

 

Die Anhebungen und Auslöschungen finden gleichzeitig bei unterschiedlichen Frequenzen statt. Wenn z. B. bei der Frequenz 1000 Hz (Wellenlänge 34,4 cm) eine Anhebung stattfindet, da die Phasenlage um 360° verschoben ist, findet bei 2000 Hz (Wellenlänge 17,2 cm) ebenfalls eine Anhebung statt. Bei 1333 Hz (Wellenlänge 25,8 cm, somit mittig zwischen 17,2 cm und 34,4 cm) findet dagegen eine Auslöschung statt, da die Phasenverschiebung hier 180° beträgt.

Vergleich von 1000 Hz, 2000 Hz und 1333 Hz

So ergeben sich im Frequenzgang periodisch Anhebungen und Absenkungen, die – logarithmisch dargestellt – entfernt einem Kamm ähneln.
Je stärker sich die Pegel der Schallwellen gleichen, desto stärker ist der Effekt ausgeprägt. Das ist oft der Fall, wenn an der Hörposition der Direktschall, also der Schall, der ohne Umwege von den Lautsprechern zu den Ohren gelangt, und die ersten Reflexionen aufeinandertreffen. Das sind die Reflexionen, die nur einmal an Wänden, Fußboden oder Decke auftreten und von dort aus direkt die Ohren erreichen. Sie besitzen viel Energie und erreichen die Ohren nur kurz nach dem Direktschall.