Bassfallen

Bassfallen sorgen für ein sauberes Fundament.

Die Schallausbreitung im Bassbereich ist durch stehende Wellen, auch Eigenmoden genannt, geprägt. Diese speichern Energie bei bestimmten Frequenzen, was mehrere Nachteile hat. Einerseits baut sich der Ton dieser Frequenz nicht so schnell auf, da der „Speicher“ erst aufgefüllt werden muss, dann schwingt er länger nach, da die gespeicherte Energie erst wieder abgebaut werden muss. Andererseits weisen die betroffenen Frequenzen ortsabhängige Lautstärkeunterschiede auf, was bedeutet, dass sie an unterschiedlichen Orten unterschiedlich laut sind. Schlimmstenfalls sind manche Frequenzen an bestimmten Positionen im Raum fast gar nicht wahrzunehmen, während sie gleichzeitig an anderen Positionen, z. B. an den Raumwänden, sehr laut sind. Lesen Sie hier mehr über stehende Wellen oder berechnen Sie hier die theoretisch auftretenden Raummoden Ihres Raum (leider nur bei quaderförmigen Räumen möglich).

Bassfallen verhindern, dass die Eigenmoden Energie speichern und sorgen so für einen kompakteren Klang, da die Speicher weder gefüllt noch geleert werden müssen. In der Praxis wirkt sich das vor allem in der zeitlichen Bereich, also dem verlangsamten Aufbau und verlängerten Nachschwingen, aus, und weniger im Frequenzgang. Laute Töne werden durch das schnellere Abklingen nach sehr kurzer Zeit leiser, sodass durchaus von einer Verbesserung des Frequenzganges gesprochen werden kann. Leise Töne werden allerdings oft erst, wenn überhaupt, durch den Einsatz von mehreren Bassfallen lauter. Da diese Lautstärkeunterschiede, wie oben beschreiben, ortsabhängig sind, sollte die Sitzposition mit Bedacht gewählt werden.

Bei Bassfallen wird zwischen zwei Bauarten unterschieden: Helmholtz-Absorber, die sehr effektiv in einem sehr schmalen Frequenzband arbeiten, und Plattenschwinger, die einen größeren Frequenzbereich absorbieren. Die passende Frequenz für Helmholtz-Absorber kann am besten mit einer Messung des Bassbereichs ermittelt werden. Eine Nachhallzeitmessung reicht dafür nicht aus, da diese in Oktaven oder Terzen dargestellt wird und nicht auf einzelne Frequenzen eingeht. Die Frequenz kann auch per Gehör mithilfe von Testtönen herausgefunden werden. Hier finden Sie eine Anleitung.